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Gegendarstellung und Erwiderung zum shz Artikel vom 5. April, „Marathonsitzung im Amtsgericht“ von Herrn Ohlsen

Uns wurde eine Gegendarstellung zu dem Bericht aus der SHZ „Marathonsitzung im Amtsgericht“ vom 5.4.2017 zugeschickt. An dieser Stelle möchten wir die Gegendarstellung dokumentieren.

Während der shz am 4.4. journalistisch sauber und an Vermittlung von Inhalten orientiert über den Prozess gegen Jasper L. im Zusammenhang mit der Räumung der Luftschlossfabrik berichtete, folgte am 5.4. ein an Respektlosigkeit und Meinungsmache schwer zu überbietender Text von Herrn Ohlsen. (mehr…)

Luftschlossfabrik: Erster Verhandlungstag gegen geräumten Bewohner

Am 11.04 fand ein Prozess bezüglich der Räumung der Luftschlossfabrik vor dem Amtsgericht Flensburg statt. Der Angeklagte ist ein ehemaliger Bewohner der Luftschlossfabrik und soll am 03.02.2016 mit etwa 50 weiteren Personen versucht haben, die Räumung selbiger zu verhindern. Dabei soll er sich mit etwa 13 weiteren Personen auf dem Flachdach eines der besetzten Gebäude verschanzt haben und die Polizei dabei gehindert haben, dieses zu räumen. Als die Polizei versuchte, mit einer Leiter auf das Dach vorzurücken, soll der Angeklagte mit 2-3 weiteren vermummten Personen versucht haben, die Leiter weg zu drücken, damit die Beamten nicht hinaufsteigen konnten. Dabei versprühten die Beamten Pfefferspray und weiter versuchten sie mit dem Wasserwerfer die Personen auf dem Dach zurück zu drängen. Dabei soll der Angeklagte den auf der Leiter stehenden Polizisten mit einem unbekannten pyrotechnischen Gegenstand beschossen haben und der Tatbestand von Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und der der versuchten Körperverletzung damit erfüllt sein. (mehr…)

Gegendarstellung SHZ Artikel: Erst Luftschloss, jetzt Amtsgericht von Holger Ohlsen

Vor wenigen Tagen erreichte uns eine Gegendarstellung zur Berichterstattung des SHZ im Vorfeld der anstehenden Gerichtsprozesse, wegen der Räumung der Luftschlossfabrik. Zu dokumentarischen Zwecken wird diese hier veröffentlicht.

Gegendarstellung zum Artikel der SHZ, erschienen am 22.03.2017 unter der Überschrift: Erst Luftschloss, jetzt Amtsgericht von Holger Ohlsen

Ich als Angeklagter im Verfahren vom letzten Freitag (darauf nimmt der Artikel Bezug) sehe mich durch den heutigen Artikel genötigt, eine Gegendarstellung abzugeben. Der Artikel ist insgesamt unsachlich, teilweise falsch und dient in meinen Augen nicht einer neutralen Darstellung, sondern schlicht der Meinungsmache gegen emanzipatorische Politik in Flensburg.
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Prozesse gegen politische Aktivist_innen in Flensburg

Vor dem Amtsgericht Flensburg finden in den nächsten Wochen mehrere Prozesse gegen politische Aktivist_innen statt. Kommt vorbei und unterstützt die Betroffenen!

Freitag, 17. März 2017, 10.00 Uhr, Saal 217:
Prozess wegen „Beleidigung“ wegen einer Auseinandersetzung mit autofahrenden Polizeibeamten in der Füßgängerzone 2016

Mittwoch, 22. März 2017
, 12.00 Uhr:
Prozess gegen zwei Beteiligte an den Protesten gegen die Räumung der Luftschlossfabrik 2016

Dienstag, 4. April 2017
, 10.30 Uhr:
Prozess gegen einen Beteiligten an den Protesten gegen die Räumung der Luftschlossfabrik 2016

Dienstag, 25. April
2017:
Prozess gegen einen Antifaschisten wegen Protesten gegen eine AfD-Veranstaltung in Flensburg 2016

anarchist black cross Flensburg gegründet

Post von der Polizei oder Gerichten?
Ärger mit Strafverfahren?
Fragen zu Repression?

Wir, das anarchist-black-cross Flensburg (abc-fl), wollen repressions-betroffenen Men-schen helfen, sich zu wehren. Unser Schwerpunkt liegt auf der Unterstützung widerständiger Menschen, die wegen ihres politischen Engagements ins Visier staatlicher Repression geraten, ganz egal ob es dabei um Antifaschismus, Kampf um Freiräume, Antimilitarismus oder Anti-Atom-Aktionen geht. Wir wünschen uns jedoch eine Welt ohne Polizei, Gerichte und Knäste.
Deswegen ist es für uns selbstverständlich, auch in vermeintlich unpolitischen Fällen zu beraten. Ob Hausdurchsuchung, polizeiliche Vorladung oder Geldstrafe, Haftandrohung oder Gerichtspost: Wir erklären euch gerne, was es damit auf sich hat und welche Möglichkeiten ihr habt, euch zu wehren – im laufenden Ermittlungsverfahren, vor Gericht und bei Bedarf selbstverständlich auch im Knast.
Meldet euch einfach per Mail zur Vereinbarung eines Termins (abc-flensburg ätt systemli.org) oder kommt zu unserer Soli-Schreibwerkstatt (jeden dritten Donnerstag im Monat, 17.30 Uhr im Infoladen

Luftschloßfabrik geräumt!

Die Stadt Flensburg hat ihre blödsinnige Drohung in die Tat umgesetzt. Nach langem Hick-Hack und viel Bla Bla sind die vor ihr beauftragten Bullen und das Technische Hilfswerk mit Wasserwerfern, Räumfahrzeugen und Co. am 03.02. früh morgens um 8:00 angerückt. Trotz massivem Widerstand war das Gelände gegen Mittag geräumt und die Abrisskollone bummelte nicht.

Herzlichen Glückwunsch an den Rat der Stadt. Ihr habt es geschafft mit extremer Gewalt und für unglaublich viel Geld ein für die Stadt einzigartiges Projekt zu zerstören, Menschen den Wohn- und Lebensraum zu rauben und die Arbeit von zwei einhalb Jahren zunichte zu machen. Falls euch das glücklich macht, könnt ihr mensch in eurer geistigen Armut und menschlichen Kälte nur leid tun.

Was für ein scheiß Staat, der Gesetze schafft, die so etwas legitimieren, und Polizei ausbildet, die so etwas umsetzt.
Was für eine scheiß Ratssitzung, die so etwas beschließt, oder zulässt, dass so etwas beschlossen wird, und sich solcher Maßnahmen bedient.
Was für eine scheiß Gesellschaft, die solche Menschen hervorbringt, die die Sitze im Rat der Stadt ausfüllen.

Hier ein link der Lokalpresse über die Ereignisse zum Nachlesen:
http://www.shz.de/lokales/flensburger-tageblatt/harniskai-in-flensburg-stadt-zerstoert-freiraum-um-freie-flaeche-zu-schaffen-id12636926.html

Stonewall – White, cis-male, straight-acting, middleclass

Besagter Aufstand fand in der Nacht vom 27. zum 28. Juni 1969 statt, nachdem Polizisten in New York eine Razzia in der Schwulen- und Transgenderbar “Stonewall Inn” durchführten. Für die Schwarzen und Latina Dragqueens und LGBTI* war diese Kneipe noch ein viel wichtigerer Rückzugsort, als für die weissen Schwulen, die sich im Alltag als Heteros ausgeben konnten und mit den weißen Privilegien ausgestattet waren. 1969 war schließlich erst wenige Jahre nach der Bürgerrechtsbewegung in den USA. Und Persons of Colour* waren nach wie vor massiven Diskriminierungen ausgesetzt. Sowohl auf sozialer als auch auf finanzieller Ebene waren die schwulen, lesbischen und trans* Persons of Colour stark benachteiligt. Es waren Menschen, die nichts mehr zu verlieren hatten, als diesen einen Schutzraum. Es waren Menschen, die die Mischung aus Rassismus, Homo- sowie Transphobie* und Klassismus*, der sie täglich ausgesetzt waren, nicht mehr aushalten konnten und wollten.

Im Stonewall-Film wird die Hauptrolle in den Krawallen dem weißen, schwulen, Mittelschichtsjungen Danny zugeschrieben, welcher von Jeremy Irvine gespielt wird. Danny sieht nicht typisch schwul aus, und auch der Schauspieler ist heterosexuell. Roland Emmerich bezeichnet die Rolle auch als “straight-acting”, was heißt, dass ein Schwuler so tut als ob er heterosexuell wäre. Damit wird verbunden, dass er sich nicht weiblich gibt, sondern oft eine Form von übersteigerter Männlichkeit zur Schau stellt. Doch genau dieses “straight-acting” war das, wogegen die Menschen sich erhoben haben: Sie wollten sich nicht mehr verstecken und im Beruf wie vor der Familie den heterosexuellen Mann zu spielen. Doch genau das ist auch die Erwartungshaltung, die Schwulen, Lesben und trans* Menschen auch heutzutage wieder entgegengebracht wird: Es sei zwar in Ordnung, dass wir schwul, lesbisch oder trans* sind, aber nur solange man es uns nicht ansieht. So sprechen viele Schwule davon, dass sie sich einen “hetero-liken” Freund wünschen – und trans* Menschen scheuen sich zum Teil davor, sich mit anderen trans* Personen zu zeigen, die kein perfektes Passing* haben. Aus diesem Verhalten spricht oft ein verinnerlichter Selbsthass und eben kein “Pride” (eng. Stolz).

Außerdem ist es problematisch, dass die Person, die den ersten Stein wirft, entgegen der Geschichte, im Film weiß ist: Tatsächlich war es wohl die Schwarze Dragqueen Marsha P. Johnson, die den ersten Stein warf und die im Film eher im Hintergrund auftaucht. Ein weitere Entscheidung Emmerichs ist ebenfalls schwer nachvollziehbar: Rollen im Film, die trans* Personen darstellen, wurden nicht von solchen gespielt. Eine Rolle ist auch meist mit einer Identität und vielen Erfahrungen und Gefühlen verknüpft, und Personen mit der Identität der Rolle können wohl deutlich einfühlsamer und authentischer spielen. Außerdem sind trans* Personen generell sehr häufig von Arbeitslosigkeit betroffen und ihnen auch noch die Rollen zu nehmen, für die sie wesentlich besser geeignet sind als ihre cis-gender Kolleg_innen, ist nicht in Ordnung.

Wäre es denn in Ordnung, wenn ein Weißer die Rolle von Martin Luther King Jr. oder Gandhi spielen würde? Außerdem würde sicher niemand auf die Idee kommen, einen cis-Mann die Rolle einer Frau spielen zu lassen. Und auch trans* Frauen sind Frauen.

Dass Emmerich den Fokus seines Filmes auf eine weiße, cis-männliche und heterosexuell wirkende Person aus der Mittelschicht richtet, hat neben der Misogynie (Abwertung von Weiblichkeit) auch wirtschaftliche Gründe: Er kalkuliert schlicht mit ein, dass der Film erfolgreicher wird, wenn der durchschnittliche weiße, heterosexuelle Mann sich mit dem Helden des Filmes halbwegs identifizieren kann und dann mit einem Gefühl der Genugtuung aus dem Kino geht.

Anstatt den Film im Kino zu sehen und damit auch noch derartige Strategien zu unterstützen, streamt ihn doch im Internet. Oder wartet bis er im Fernsehen läuft.

Zumindest in Amerika war der Film dank eines weitreichenden Aufrufes zum Boykott alles andere als ein Kassenschlager.

Nur weil einige von uns mittlerweile ähnliche Privilegien genießen wie heterosexuelle und cisgender Menschen, dürfen wir nicht aufhören zu kämpfen. Wir sollten uns stets auf die Seite derer stellen, die weniger Möglichkeiten haben als wir und uns nicht auf unseren Errungenschaften ausruhen. Und ob diese Möglichkeiten eingeschränkt werden, weil eine Person nicht-weiss, nicht-männlich, nicht-heterosexuell, nicht-cisgender, nicht-mittelklasse oder nicht-ablebodied* ist, darf keine Rolle spielen, wenn es darum geht für ihr Recht zu einzustehen.

Anstatt jedes Jahr auf den Christopher-Street-Days eine große Party zu feiern, und uns über jedes kleine Stück vom Kuchen (z.B. Ehe) zu freuen, sollten wir die gesamtgesellschaftlichen Zusammenhänge, die zu unserer Unterdrückung überhaupt geführt haben, überwinden.

Until all are free, no one is free.
Bis alle frei sind, ist keine*r frei.

Alternativen zu Emmerichs Stonewall-Film:

Happy Birthday Marsha – In diesem sich noch in der Produktion befindlichen Film soll endlich Marsha P. Johnson eine gebührende Anerkennung für ihr Lebenswerk erhalten.

Major! – In diesem geplanten Dokumentarfilm soll es um das Leben der transgender- Aktivistin Miss Major Griffin Parker und ihre Rolle in den Stonewall-Aufständen gehen.

Glossar
- Person of Colour (PoC): Selbstbezeichnung von als nicht-weiß geltenden Personen, die sich Rassismus ausgesetzt fühlen.

- LGBT*I*: Schirmbegriff für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans* und Inter* Personen

- trans*: Trans* fasst die Lebensweisen aller der Personen zusammen, die nicht in dem Geschlecht leben wollen, in dem sie leben sollen. Das Sternchen steht stellvertretend für die verschieden Identitäten, wie z.B. transidentitär oder transgender.

- cis: cis ist das Gegendteil von trans. Es bedeutet, dass eine Person in dem Geschlecht leben möchte, in dem sie leben soll. Wenn eine Person z.B. als Frau geboren wird und auch als Frau leben möchte, dann ist sie eine cis-Frau.

- Passing: Passing bezeichnet, in wie weit eine trans* Person als das Geschlecht wahrgenommen wird, als das sie sich fühlt.

- Klassismus: Vorurteile oder Diskriminierung aufgrund von sozialer Herkunft oder sozialer Position. Richtet sich überwiegend gegen Arbeiter ( working-class ) und arme Menschen ( poverty-class )

- ablebodied: Als ablebodied wird eine Person bezeichnet, deren Körper über keine Ausprägungen verfügt, die diese Person z.B. in ihrer Bewegungsfreiheit einschränken. Es ist das Gegenteil von disablebodied.

Nicht einen Tag den deutschen Patrioten!

Infotreffen im Infoladen SUBTILUS am Donnerstag, 10.09, um 19 Uhr

kommt am Donnerstag um 19 Uhr in die Norderstr. 41 (FL) um euch Infos über den geplanten Naziaufmarsch in Hamburg am 12.09 zu holen, euch mit anderen Menschen zu vernetzen und geschlossene An- und Abreisen zu planen.

Holt euch gegebenenfalls Literatur zum Demo1×1 oder Blockadefibeln aus dem Infoladen, Platz und Zeit zum Fahnenbau sollte auch noch sein!

Außerdem gibts an dem Tag wohl Kaffee und veganen Kuchen extra für euch.

Wir freuen uns auf viele Mitstreiterinnen & Mitstreiter,

eure SUBTILUS-crew (scroll down for english version)

http://subtilus.blogsport.de/

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Infomeeting at Infoladen SUBTILUS thursday, 10.09, at 19 a‘clock

come on thursday at 19 a‘clock to the Norderstr. 41 (FL) to get infos about the planned nazidemonstration in Hamburg on 12.09, connect with other people and organize a safe travel.
Get information about how to behave on demonstrations or on blockades or make your own flag.

There will be coffee and vegan cake for you.

greets,

your SUBTILUS-crew

http://subtilus.blogsport.de/

LUFTSCHLOSSFABRIK BLEIBT!

Infoladen SUBTILUS ruft zur Teilnahme an der Demonstration ‚LUFTSCHLOSSFABRIK BLEIBT‘ auf:

Das libertäre Kulturkollektiv LuftschlossfAbrik Flensburg bleibt!
Ein wichtiger & selbstbestimmter Freiraum muss erhalten bleiben & weiterhin geduldet werden.
Dazu demonstrieren & feiern wir!

Am 25.04.15, 15:00 Uhr Start Südermarkt.

Kommt zahlreich, laut & bunt !

Bleib‘ informiert auf www.luftschlossfabrik-flensburg.de

Infoveranstaltung „STOP G7 Lübeck“

‚Am 14. und 15. April 2015 wollen die Außenminister der G7-Staaten zu einem Gipfeltreffen in Lübeck zusammenkommen. Während sich Lübecks Bürgermeister über die „wirkliche Auszeichnung“ freut und schon die Marzipan-Häppchen für die Staatsgäste bereitstellen lässt, wollen wir mit vielfältigen Aktionen unsere Ablehnung der G7 und ihrer Politik zum Ausdruck bringen. Die „Gruppe der 7“ besteht aus den reichsten und mächtigsten Industriestaaten der Welt: USA, Kanada, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan. Ihre Berechtigung zur Beratung und Entscheidung von globalen Fragen ziehen sie allein aus ihrer ökonomischen, politischen und militärischen Vormachtstellung. Die G7 sind damit eine undemokratische Institution ohne jede Legitimation.‘

Dazu findet am 08. April um 18:oo Uhr in Die ganze Bäckerei (Hafermarkt 10) eine Infoveranstaltung des Bündnis STOP G7 statt!

see you there <3