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Zur Lage des Infoladens

In diesem Text soll es um Gentrifizierung und um Freiräume gehen. Dass Freiräume durch Gentrifizierung bedroht werden, ist schon fast ein alter Hut. Genauso wie zu erklären, was es mit Gentrifizierung auf sich hat. Deswegen verzichten wir auf lange und komplizierte Theorien, die sich mit der kapitalistischen Aneignung und Nutzbarmachung von Freiräumen beschäftigen, oder erklären wie Gentrifizierung mit der Privatisierung des Öffentlichen und der Ökonomisierung des Sozialen zusammenhängt. Stattdessen kommen wir gleich zu unserem zentralen Punkt: Dem aktuellen Kampf für den Erhalt des Infoladens in Flensburg, der im Rahmen laufender Gentrifizierungsprozesse von der Schließung bedroht ist.

Der Infoladen Subtilus, der jetzt seit ca. 10 Jahren als autonomes Projekt existiert, ist zusammen mit einigen anderen Projekten einer der wichtigsten Freiräume in Flensburg. Er befindet sich in der Norderstraße neben dem ehemaligen Norderpark. Warum ehemalig? Das Bauunternehmen Höft hat den gesamten Norderpark und die beiden sich anschließenden Häuser aufgekauft. Damit ist Hermann Höft neuer Eigentümer und Vermieter des Infoladens. Höft kauft seit einiger Zeit in Flensburg Flächen auf. Die Häuser, die dort entstehen, sind mit unter Luxuswohnungen für reiche Flensburger_innen, wie z.B. „Klar-Schiff“ (näher am Wasser geht kaum noch) oder die Stadtvillen am Wasserturm im Volkspark, für die ein gutes Drittel der Kleingartenkolonie verschwindet. Gut, Kleingartenkolonie ist nicht jedermenschs Sache, aber eine solche Umwandlung von gemieteten Kleingärten (für solche, die sich ein eigenes Grundstück mit Garten nicht leisten können) in Privatgrundstücke für Reiche ist für uns eine Umverteilung von unten nach oben. Was heißt das in Zahlen ausgedrückt? Die Preise für die Stadtvillen sollen bei 125.000€ (70m²-Eigentumswohnung) losgehen und sich bis zu 550.000€ (120m²-Eigentumswohnung) steigern. Ein 120m² großer Garten kostet dort im Jahr ca. 60€ Miete. Klingt irgendwie nach Gentrifizierung, oder?

Aber was hat der Infoladen mit den laufenden Gentrifizierungsprozessen zu tun? Nachdem Höft im Norderpark anfing zu bauen, stiegen die Mieten in der gesamten Norderstraße. Das führte dazu, dass Mieter_innen ausziehen mussten, u.a. Greenpeace und Amnesty International. Die Miete im Infoladen liegt deutlich unter dem, was Höft als Vermieter für den (jetzt aufgewerteten) Standort einnehmen könnte, würde er an eine_n andere_n Betreiber_in vermieten. Das schien einer der Gründe zu sein, warum wir eines Tages die Kündigung im Briefkasten hatten. Dann hat Höft scheinbar Muffensausen bekommen, als sein Vorarbeiter ihm (laut Hören-sagen) mitteilte, dass „er aufpassen solle, das sei Szenegebiet“. Wie auch immer. Jedenfalls hat er die Kündigung wieder zurück gezogen und sich zu zwei persönlichen Gesprächen bereit erklärt. Bei diesen Mietvertragsverhandlungen hat er sich bereits mehr oder weniger konkret auf unsere zentralen Punkte eingelassen, was z.B. die Dauer (mindestens zehn Jahre), die Miethöhe (pauschal 100€ warm) und unser Selbstbestimmungsrecht angeht. Uns gegenüber hat er ausdrücklich betont, dass er den Infoladen als „soziales Projekt“ unterstützenswert fände. Höft rückt sehr gern seine unternehmerische Tätigkeit in den Bereich des sozialen Engagements. Dafür ist ihm kein Argument zu krude oder abwegig. Die inhaltliche Arbeit, die der Infoladen macht, ist bestimmt nicht durch Höft veranlasst und wenn sein „soziales Engagement“ darin besteht, uns für das dreifache der ursprünglichen Miete nicht rauszuwerfen, ist das eine dreiste Anmaßung. Aber zurück zum Verlauf. Als sein Mietvertragsentwurf eintraf, staunten wir nicht schlecht. Von unseren ursprünglichen Forderungen stand da nichts mehr drin. Stattdessen hatten wir den unglaublichsten Knebelmietvertrag aller Zeiten vorgelegt bekommen. Einige absurde Beispiele: Plakate mit unliebsamen Inhalten, also eigentlich alle mit politischer Aussage(!) könnten Anlass zur fristlosen Kündigung sein. An mehreren Stellen des Mietvertrags wird deutlich, das alles, was gegen Höft’s Interessen steht oder ihm an inhaltlichen Themen nicht schmeckt, Gründe für eine fristlose Kündigung sein könnten. Der Mietvertrag wäre auf lediglich zwei Jahre befristet, die Miete läge bei 300€ warm und Höft würde zunächst(!) aus wohltäterischen Beweggründen 200€ dem Infoladen spenden. Höft hat sich in dem Entwurf von allen Seiten juristisch abgesichert. Wir dagegen hätten keine Chance, den Infoladen in seiner jetzigen Form als autonomen Freiraum weiter zu erhalten. Da Höft bei den Gesprächen entweder nicht zurechnungsfähig war, anschließend Gedächtnisverlust erlitten hat oder beim Aufsetzen des Vertragsentwurf nicht mehr gefragt wurde, haben wir ihm einen Gegenentwurf mit unseren zentralen Punkten geschickt.

Wir fordern einen Mietvertrag, der den Infoladen legal(!) auf Dauer, wir sprechen hier nicht von ein paar Jahren, sondern von Jahrzehnten, als Freiraum erhält. Der Infoladen soll eine Möglichkeit für mehrere Generationen von Menschen sein, sich einzubringen, auszuprobieren, sich zu verwirklichen, selbstbestimmt zu leben und ihr Umfeld auch darüber hinaus kritisch nach ihren Vorstellungen zu gestalten, also all das, wofür ein Freiraum da ist. Wir lassen uns den Infoladen nicht wegnehmen! Wir fordern Höft auf, seiner Zusage nachzukommen und unseren Entwurf zu unterzeichnen!

Wir wollen keine Gentrifizierung, nicht in der Norderstraße, nicht in Flensburg, noch sonst wo. Alle, unabhängig vom Einkommen oder von der sozialen Schicht, haben das Recht zu entscheiden, wo und wie sie in einer Stadt leben, sich bewegen oder agieren. Die Stadt gehört allen! Keine Verdrängung, kein Ausschluss, sondern Recht auf Stadt!

Die „Luftschlossfabrik“, in Flensburg passiert was…

In Flensburg entsteht seit einigen Tagen ein neues Wohn- und Kulturprojekt und braucht eure Unterstützung. Ein unschlagbar vielseitiges Gelände, eines der letzen in solch urbaner Lage direkt am Wasser wird nach mehreren Jahren sinnfreier Verwahrlosung wieder einem Zweck zugeführt. Deshalb: Kommt vorbei, bringt, Zeit, Ideen, Material, Werkzeug mit, lasst euch inspirieren, tobt euch aus. Pennplätze und Platz für Laster sind vorhanden. Jeden Tag entstehen neue Ideen, die Leidenschaft wächst, der tanzende Stern wird gerade erst geboren…

Wie, warum, wofür…

Die offensichtlich fadenscheinigen Absichten einer „Investorin“ haben dafür gesorgt, dass das Gelände am Harniskai 1-3 seit 2010 der Möglichkeit einer sinnvollen Nutzung entzogen und dem Verfall preisgegeben ist. Seit dem Rauswurf der Bewohner und Geschäftstätigen liegt das Gelände brach.

Die in Aussicht gestellten Großinvestitionen blieben aus, die Ansiedlung einer Montagefabrik für Luftboote der „Highship Industries Ltd.“ wird nicht stattfinden. Durch mannigfaltige Offenkundigkeiten wie z.B. dem von „Airbus“ kopierten Firmenprofil oder dem nicht gebauten Fertigungsstandort in Büdelsdorf hat die Stadtverwaltung die mangelnde Seriosität der „Highship Industries Ltd.“ und ihrer Schwester „Tycoon“ erkannt und beabsichtigt, den Vertrag mit der Investorin aufzulösen.

Nach verschiedentlichen Einschätzungen wird dieses juristische Tauziehen jedoch ca. fünf Jahre in Anspruch nehmen.

Solange können und wollen wir nicht warten.

Wir, die Nutzer_innen des Geländes Harniskai 1-3 sind der Meinung, dass die ebenso vielfältigen wie großartigen Möglichkeiten des Areals schon viel zu lange ungenutzt sind und haben uns entschlossen, das Problem „von unten“ anzugehen.

Etliche kulturelle und soziale Institutionen Flensburgs sind durch Etatkürzungen existenziell gefährdet.

Am Harniskai sehen wir die Chance, dieser Entwicklung entgegenzutreten.

Die Verwirklichung kultureller, künstlerischer, handwerklicher und sozialer Ideen können hier einen Raum mit beinahe unerschöplichem Potenzial finden.

Das Gelände inspiriert mit seinen brachliegenden Hallen, Wohn- und Arbeitsgebäuden und Grünflächen seit langem viele Menschen auf unterschiedlichsten Wegen.

Ein grundlegender Wunsch besteht darin, verschiedenen Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Vorstellungen von gemeinschaftlichem Leben und Wohnen mit langfristiger Perspektive eigenverantwortlich zu erproben und umzusetzen.

Das Areal stellt hierfür eine optimal Basis dar, es gibt zum Einen bewohnbare Häuser, welche sich noch in einem renovierbaren Zustand befinden, des Weiteren ist ausreichend Platz für das Leben in beispielsweise Bauwägen vorhanden.

Der Erhalt und die Sanierung der Gebäude sowie des Außenbereichs sind uns wichtige Anliegen, wir halten es für inakzeptabel und unnötig, dass Gegebenheiten mit solch vielfältigen Möglichkeiten sinnentleert Vandalismus und Niedergang ausgesetzt sind, zumal der für alle nutzbare Teil des urbanen Fördeufers immer geringer wird.

Die Umsetzung dieser Idee stellt allerdings nur eine Basis dar, auf der das Projekt der

„Luftschlossfabrik“ aufbauen kann. Wir möchten das Gelände nicht alleinig für uns beanspruchen, sondern einen Platz in der Stadt schaffen, an dem sich kulturelles Leben frei und selbstverwaltet entfalten kann.

Die Visionen sind reichhaltig, um nur einige Beispiele zu nennen, möchten wir

einen Raum schaffen, in dem die Möglichkeit besteht, sich künstlerisch, handwerklich und zwischenmenschlich auszuprobieren und weiterzubilden

der Kunst einen Raum bieten für Ausstellungen und Installationen sowie Theater, Independant Kino, Konzerte und Parties

eine offene Fahrrad- und Kfz- Selbsthilfewerkstatt sowie eine Holz- und Bauwerkstatt aufbauen und zur Beteiligung Interessierter öffnen und ein Lager für recycletes bzw. recyclebares Bau- und sonstiges Material errichten

Formen der autarken Energieversorgung erproben und handwerklich umsetzen

einen Jugendtreff sowie eine Begnungsstätte in Form eines Cafes o.ä. schaffen

Proberäume einrichten sowie einen Sportraum, ohne auf Vereinsstrukturen angewiesen zu sein

uns an einem offenen Garten zum Mitmachen versuchen

„Wir“, die Nutzer_innen des Harniskai 1-3 respektive der „Luftschlossfabrik“ sind keine geschlossene Gruppe, sondern ein loser Zusammenschluss von Personen, denen der Erhalt des Geländes und seine sinnvolle Nutzung auf Basis der beispielsweise oben genannten Ideen ein Anliegen ist. Wir hoffen auf rege Beteiligung und Anregungen Interessierter und freuen uns über Mitstreiter_innen.

Es ist Deine, Unsere, Eure Stadt, lasst uns was draus machen…

…die Nutzer_innen des Harniskai 1-3

Norderstrasse Flensburg was passiert denn da?

Der Infoladen Subtilus ist ein kleiner Raum in dem vieles angeboten wird, wie z.B. die monatliche Volx-Küche, ein Umsonst-Laden, ein Archiv mit diversen politischen Inhalten der letzten 20 Jahre, selbst gestaltete Klamotten, Aufnäher, CDs, Schallplatten, Bücher und Zeitungen, Infoveranstaltungen, sowie aktuelle Infos zu laufenden Projekten und Kampagnen. Außerdem gibt es die Möglichkeit einen PC, samt Drucker und Internet frei zu nutzen. Seit kurzem bieten wir euch auch an unseren Wlan-Hotspot mit zu nutzen. Während der Öffnungszeiten könnt ihr gerne auf eine Tasse Tee oder Kaffee rein schauen und mit uns gemütlich über die Welt reden, oder einfach eine Zeitung lesen. Außerdem stellt der Infoladen Menschen und Gruppen einen Raum zur Verfügung um sich zu treffen, sich auszutauschen und gemeinsam etwas zu bewegen. Das alles ist hier seit 2004 möglich.
Unser Vermieter, hat uns nun zum 31.08.13 gekündigt, was aber vorraussichtlich erst zum 31.12.13 rechtskräftig wird. Ab dann wird es den Infoladen in seiner jetzigen Form in der Norderstraße wahrscheinlich nicht mehr geben können. Der Infoladen begreift sich als Teil einer emanzipatorischen Gegenöffentlichkeit und will Menschen den freien Austausch von Ideen, Träumen und Lebensformen ermöglichen: sei es einen Weg abseits von Verwertungslogik auf dem Arbeitsmarkt und in der Freizeit, oder ein offensiven Umgang mit alltäglichem Rassismus und sexistischen Zuständen.
Daher sehen wir diese Kündigung auch als Versuch der Verdrängung von alternativen Inhalten und Lebensformen aus dem Innenstadtbereich. und nehmen an, dass der geplante Abriss der Norderstraße 41 mitsamt des Infoladens, des Skateshops Caramba und der Wohnungen ein weiterer Schritt der Umstrukturierung der Norderstraße darstellt, mit dem Ziel einer Annäherung an die Verhältnisse der Fußgängerzone. Diese wurde vor einigen Jahren teuer renoviert und die Straße letztlich weitestgehend privatisiert. Am Südermarkt wurden für den Neubau der Flensburger Galerie mehrere denkmalgeschützte Häuser abgerissen. Wirtschaftliche Interessen stehen also nicht nur in Flensburg oft über den Interessen der AnwohnerInnen oder des Denkmalschutzes. Baulärm ab 6 Uhr früh und Ungewissheit über eventuelle Aufwertung des eigenen Hauses* und somit steigende Miete sind Einschränkungen der Lebensqualität für viele in der Norderstraße. Genau wie der Infoladen es schwer haben wird einen neuen Raum zu finden, der ähnlich gut gelegen ist und für eine unkomerzielle Nutzung erschwinglich ist, wird eine Aufwertung der Straße auch Menschen treffen, die sich gezwungen sehen werden, umzuziehen, da die steigende Miete nicht mehr zahlbar ist.

* Wie es z.B. in der Schlossstraße und in der Harrisleerstraße passiert ist. In der Schlossstraße wurden teilweise lediglich die Fassaden erneuert um höhere Miete einzufordern. Auch in der Toosbuystraße sind jetzt schon Auswirkungen der Aufwertung in Form von steigenden Mieten zu spüren.

Prozesstraining im Infoladen

Wer sich gegen Bußgelder oder Strafbefehle vor Gericht wehren möchte, sollte das nicht gänzlich unvorbereitet angehen. Wer lernen möchte, sich und andere vor Gericht zu verteidigen hat dazu Anfang Februar in Flensburg im Infoladen Subtilus die Chance:

prozesstraining_flensburg_flyer

 

12.12.12 Lesung am internationalen Solidariätstag für „Pussy Riot!“

Für den 12.12.2012 wurde ein internationaler Solidaritätstag für die Pussy Riot!-Frauen vom Internationalen Literaturfestival in Berlin ausgerufen.

Pussy Riot Lesung Flyer

Der Infoladen Subtilus unterstützt diesen Tag mit einer Lesung aus dem Buch Pussy Riot! Ein Punk-Gebet für Freiheit“. Die Lesung beginnt um 19 Uhr.

Das Buch enthält Briefe, Plädoyers, Erklärungen und Gedichte der drei Künstlerinnen, die von der russischen Willkürjustiz zu zwei Jahren Straflager verurteilt wurden. Die Texte bieten ein bedrückendes Bild der „russischen Demokratie“, vom Filz zwischen Staat und Kirche, von der Realität im Gerichtsverfahren und im Gefängnisalltag — sie zeigen aber auch, wie mutig und stark der Widerstand dieser Frauen ist.

28.10. 18 Uhr: crimethinc. lecture tour

Flyer

Seit Mitte der 1990er ist CrimethInc. eines der produktivsten und ambitioniertesten anarchistischen Projekte in Nordamerika. Mitwirkende sind für unzählige Touren und Aktionen kreuz und quer über den Kontinent gereist. Sie produzierten Bücher, Zeitungen und weitere Literatur (inklusive 650.000 Exemplare des Grundlagenwerkes „Fighting for our Lives“) und berichteten von den Fronten der Gipfelproteste, Riots, Anti-Repressions-Kampagnen und von anderen abenteuerlichen Experimenten.
Ständig umstritten, hat sich CrimethInc. den Zorn der traditionellen Linken und der Behörden verdient während sie die breite Öffentlichkeit stets herausgefordert haben.

In diesem Vortrag werden langjährige Mitwirkende diese Erfahrungen reflektieren, Material aus den verschiedenen Phasen der CrimethInc. Aktivitäten präsentieren und diskutieren wie sich der Kontext in den USA verschoben hat. Dabei wird versucht darzustellen, warum US-Anarchist_innen eine Entwicklung von der subkulturellen Rebellion hin zu einem generellen Aufstand durchzogen haben – um schließlich Hypothesen aufzustellen, was die Zukunft bringen kann.
Wir freuen uns auf lebhafte Gespräche mit euch.

(Der Vortrag wird auf englisch gehalten, ein Mensch von der bm-crew (Herausgeber_innen des Buches „Message in a Bottle. CrimethInc. Communqiués 1996-2011) wird dabei sein und sich bei Bedarf mit Menschen, die wenig englisch verstehen, an den Rand setzen und „tuschelnd“ Verständnishilfe geben)

Am 28.10. um 18 Uhr macht die Tour dann auch Halt bei uns im Infoladen Subtilus. Ihr seid herzlich dazu eingeladen zahlreich zu erscheinen.

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„Keine Zukunft für Nazis!“ Infoveranstaltung & Gemeinsame Fahrt aus Flensburg

Am 02. Juni wollen Nazis in Hamburg ihren „Tag der deutschen Zukunft“ begehen. Dem wollen wir uns mit vielen Menschen in den Weg stellen.

Daher gibt es einen Treffpunkt für die gemeinsame Anreise aus Flensburg. Wir treffen uns am 02. Juni um 6:45 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz.

Am 30.05. um 19:00 Uhr findet zuvor noch eine Infoveranstaltung im Infoladen Subtilus, Norderstraße 41, statt, zu der alle Interessierten herzlich eingeladen sind.

Essen Für alle!

Heute (15.5.2012) haben wir in der Flensburger Innenstadt Lebensmittel verschenkt, die wir zuvor containert haben. Mit der Aktion wollen wir sichtbar machen, wie viele Produkte weggeworfen werden und das es nicht ausschließlich ein Problem des Mindesthaltbarkeitsdatums ist, sondern ein bewusstes Element im Kapitalismus – weil nicht für die Menschen, sondern für den Profit produziert wird..
Das anbieten von gratis-Lebensmitteln wie Kartoffeln, Zwiebeln, Paprika aber auch Käse, Jogurt und Tupperware fand etliche Interessenten und so war als ein Vertreter des TBZ (technisches Betriebs-Zentrum) auftauchte und unsere Sondergenehmigung sehen wollte fast alles weg und wir konnten wohlgemut unserer Wege ziehen.

Hier noch der Flyer der während der Aktion verteilt wurde:

Wir verschenken diese Lebensmittel nicht ohne Grund. Sie sind der
praktische Beweis, dass die kapitalistische Wirtschaft reich ist: alle
diese Lebensmittel sollten entsorgt werden. Nicht, weil sie schlecht
wären, sondern einfach weil sie überschüssig waren – durch neue Ware
in den Regalen ersetzt.
Und doch sehen wir diesen Reichtum kritisch. Wir lehnen die
kapitalistische Wirtschaft ab. Warum? Weil sie Dinge nicht produziert,
um damit menschliche Bedürfnisse zu befriedigen. Ja, sie produziert all
diese Waren noch nicht einmal, um stofflichen Reichtum an sich zu
schaffen. Wenn das passiert, wenn Menschen ihre Bedürfnisse
befriedigen können oder reich werden, dann ist das im Kapitalismus nur
ein Zufall, ein Nebenprodukt. Zentral im Kapitalismus steht das
Kapital, also Geld, dessen einzige Aufgabe es ist, mehr Geld zu werden
– ohne Rücksicht auf Verluste. Manchmal bedeutet das, dass
Nahrungsmittel produziert werden, damit Menschen sie essen können.
Aber das ist keine zwingende Voraussetzung.
Denn eigentlich ist diese Wirtschaftsform zutiefst absurd. Lebensmittel
landen im Müll, nur weil diejenigen, die sie brauchen können nicht
genug Geld haben, um sie zu bezahlen. Wir entnehmen Unmengen an
Ressourcen aus der Natur, nur um diese wieder zu vernichten. Von
Supermärkten wegen voller Lager aussortierte Nahrung ist dabei nur die
sprichwörtliche Spitze des Eisberges. Häuser stehen leer, weil auf einen
höheren Verkaufswert spekuliert wird. In Ländern mit hungernden
Menschen wird statt Nahrung, Baumwolle oder Kakao oder Kaffee für
den Export angebaut. Der Zoll vernichtet täglich Tonnen an Gütern,
weil diese bekannte Marken imitieren. Das Kopieren von Musik,
Filmen etc. im Internet steht unter Strafe, weil es nichts kostet.
Es gibt Millionen von ganz alltäglichen Beispielen, die deutlich
machen, dass es absolut unlogisch wäre, auch nur einen Tag so weiter
zu machen. Und doch können die wenigsten sich eine andere Welt
vorstellen – weil der Kapitalismus alles um uns herum bestimmt. Dabei
müssen wir uns nur klar machen: dieses System gibt es erst seit einigen
hundert Jahren. Was damals ein Fortschritt war, ist jetzt an der Zeit
überdacht zu werden. Es ist Zeit, sich Gedanken zu machen. Es ist Zeit,
eine bessere Welt zu schaffen, in der die Bedürfnisse aller Menschen im
Mittelpunkt stehen.

Anti-Atom Mahnwache + Demo in Flensburg

In Flensburg versammelten sich heute ca. 450 Leute aus unterschiedlichsten Spektren um der Atomkatastrophe in Fukushima zu Gedenken und einer Forderung nach „Sofortiger Stilllegung aller Atomanlagen weltweit“ Nachdruck zu verleihen.

Im Vorfeld hatte ein „Spontaner Zusammenschluss Einiger“ mit einem kapitalismuskritischem Aufruf (siehe Ergänzungen) und Plakaten unter dem Motto „Atomstaat endlagern“ zu Demo und Mahnwache mobilisert.

Schon vor dem Beginn der Mahnwache versammelten sich Aktivist_innen um mit Kreidemalerei für einen sofortigen Atomausstieg zu protestieren. Die Aktion stieß in der belebten Innenstadt auf reges Interesse; viele malten spontan mit und der Aufruf der „Einigen“ wurde noch einmal verteilt.

Um 18:00 sammelten sich dann an die 400 Leute auf dem Südermarkt um auf der von Grünen, ausgestrahlt., DGB und Kirche dominierten Mahnwache zu mahnen, dem Pfaffen bei seinen Ausschweifungen zu lauschen, ausgestrahlt. Fähnchen zu schwenken, und noch ein leises „We shall overcome“ anzustimmen.

Danach -schon um 18:30- machte sich ein Großteil der Mahnwachen-Besucher_innen und einige erst jetzt dazugekommene auf den Weg durch die Innenstadt. Das Frontranspi wurde diesmal allerdings nicht einer Partei oder NGO überlassen und so lief die Demo unter dem Motto „Sofortiger Atomausstieg weltweit – solidarisch&solar statt kapitalistisch-nuklear“.
Auf dem Weg durch die Innenstadt wurde von Aktivist_innen ein Soundsystem angeschmissen und einige kritische Redebeiträge gehalten. Vor der Deutschen Bank gab es einen Beitrag zu deren Verflechtungen mit der Atomindustrie – mit dem Hinweis, dass dies nur ein Ausdruck kapitalistischer Verhältnisse sei und eine Einteilung in „gute“ und „böse“ Banken zu kurz gedacht wäre. Auf einer viel befahrenen Kreuzung wurde schliesslich noch einmal länger angehalten um einen Beitrag über die Wichtigkeit von antikapitalistischem, militantem und nicht-militantem Widerstand gegen die Atomkraft zu hören.
Der Beitrag nahm zu dem Bezug auf einige nette Aktionen der letzten Zeit – wie z.B. die Farbeier auf Vattenfall (http://linksunten.indymedia.org/de/node/36018).

Während die letzten beiden Mahnwachen/Demos an Lautstärke, Wut und Inhalten eher schwach waren – am 14.03. zogen ca. 1.000 Menschen schweigend durch die Stadt, am 21.03. sammelten sich 500 Leute zu einer Mahnwache – konnten diesmal kritische Inhalte an Passant_innen und Demoteilnehmer_innen vermittelt werden.

Atomstaat endlagern

*Montag 28.03.2011 – 18:00 Uhr Südermarkt*
Mahnwache „Fukushima ist überall“
Im Anschluss Demo
„Sofortige Stilllegung aller Atomanlagen – weltweit!
Für ein ganz anderes Klima!“

Vor gut 2 Wochen wurde uns durch die Reaktorkatastrophe in Japan wieder
einmal vor Augen geführt, dass die Atomtechnologie eine unberechenbare
Hochrisikotechnik mit katastrophalen Folgen für Mensch und Natur ist.

*Katastrophaler Normalbetrieb*
Bei den bisherigen Protesten und in der öffentlichen Berichterstattung
geht es fast ausschließlich um Sicherheitsfragen und das sogenannte
Restrisiko.

Doch ist schon der „Normalbetrieb“ von Atomanlagen katastrophal:

# Durch Uranabbau, meist in Ländern des globalen Südens, werden
drastische Umweltschäden verursacht. Die Arbeiter_innen und
Anwohner_innen der Uranminen tragen erhebliche Gesundheitsschäden davon.
# Für den auf Jahrtausende strahlenden Atommüll gibt es keine
Möglichkeit der sicheren (End-)Lagerung
# Atomanlagen sind Teil einer zentralisierten Energieversorgungsstruktur
der Konzerne, die der Nutzung erneuerbarer Energien entgegen steht
# Die vorgeblich zivile Nutzung der Atomtechnik ist der Schlüssel zur
militärischen Nutzung
# Die Betreiber der Atomanlagen privatisieren Profite und überlassen
(Folge-)Kosten der Gesellschaft

Mit diesem Wahnsinn muss Schluss sein. Und zwar sofort!

*Atomtechnologie: kein Versehen*
Die Atomtechnologie ist fester Bestandteil und konsequenter Ausdruck
kapitalistischer Verwertungs- und Machtsysteme. Für die Konzerne steht
ihr Profitinteresse im Vordergrund, Ausbeutung und Zerstörung von Mensch
und Natur nehmen sie billigend in Kauf. Die Verlängerung der Laufzeiten,
die im vergangenen Jahr von der schwarz-gelben
Bundesregierung – wider alle Vernunft – beschlossen wurde hat die
Verquickung zwischen Politik und Wirtschaft deutlich gemacht. Wie auch
schon der rot-grüne „Atomausstieg“, der diesen Namen nicht verdient hat.
Er war ein fauler Kompromiss und diente vor allem den Energiekonzernen
und sollte den Atomkonflikt befrieden. Wir können uns noch gut daran
erinnern, dass die Grünen-Spitze dazu aufrief, sich nicht an den
Protesten gegen den Castortransport zu beteiligen.

*Druck der Straße*
Wir dürfen uns nicht darauf beschränken die politischen Parteien darum
zu bitten, doch endlich mal die Atomanlagen abzuschalten. Es war der
direkte Eingriff Tausender, der die Wiederaufbereitungsanlage in
Wackersdorf verhindert hat und den schnellen Brüter in Kalkar zu einer
Bauruine werden ließ.

*Solidarisch und solar statt kapitalistisch-nuklear*
Für uns heißt der Widerstand gegen Atomanlagen auch immer Widerstand
gegen Strukturen einer Gesellschaft, der die Folgen des Betriebes von
Atomanlagen egal sind.
Wir wollen ein ganz anderes gesellschaftliches Klima; eine Gesellschaft
deren Energiepolitik sich nach dem Nutzen für alle richtet und nicht vom
Profit Weniger im globalen Norden abhängt!

*Laut und wütend*
Die nukleare Katastrophe in Japan und die herrschenden Verhältnisse
machen uns wütend; wir wollen unsere Wut auf die Straße tragen! Wir
rufen dazu auf, die Demo im Anschluss an die Mahnwache laut und lebendig
zu gestalten.
Kommt alle! Der Gewöhnung und dem Ohnmachtsgefühl zum Trotz!
Atomstaat endlagern!

Spontaner Zusammenschluss Einiger